Ausflug ins Museum
Die Drittklässler der Grundschule Plittersdorf verbrachten am 27.3. einen abwechslungsreichen, lehrreichen Vormittag im Freilichtmuseum. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der Biber, der sich in den Rheinauen und an der Murg wieder angesiedelt hat.
Im Museum lernten die Kinder, dass der Biber Europas größtes Nagetier ist und er mit seinen vier kräftigen Nagezähnen Bäume annagt, Dämme und Biberburgen baut.
Im Rahmen der Wanderausstellung „Die Kulturgeschichte des Bibers“ erfuhren die Kinder, dass mit seinem dichten wasserabweisenden Pelz schon seit dem 12. Jahrhundert in der Deutschen Hanse gehandelt wurde. So wurde das Tier weltweit trotz Verboten in Russland, in Kanada und in Europa gejagt und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland fast ausgestorben.
Seit der Antike gehörte das in der griechischen, römischen und arabischen Medizin verwendete Biberdrüsensekret zu den profitabelsten und meist gefälschten Arzneimittelrohstoffen. Der Mensch behandelte damit alle möglichen Leiden und Krankheiten, von Nasenbluten und Seitenstechen über Sodbrennen bis zu Herzbeschwerden.
Als Delikatesse, die auch am Karfreitag auf den Tisch kam, galt der fischige Biberschwanz.
Das Biberdrüsensekret (Castoreum) gehört bis heute zu den vier wichtigsten Rohstoffen in der Parfumherstellung, so dass es aufgrund der hohen Nachfrage synthetisch hergestellt wird. Es besitzt die Eigenschaft, das Verfliegen des Parfums zu verhindern.
Im Anschluss an diese vielfältigen Informationen durften die Kinder in einer Bastelaktion eine Bibercollage erstellen.
Vielen Dank an Herrn Schütt und das Riedmuseum für diese interessanten Einblicke in das Leben des Bibers unter dem Einfluss des Menschen.
Zum Abschluss überraschten Frau Stupfel und Frau Merkel, die beiden Elternvertreterinnen, die Kinder mit einer Ostereiersuche auf dem Gelände des Riedmuseums. Herzlichen Dank!
Mit diesen vielen tollen Erlebnissen im Gepäck gab es auf dem sonnigen Spaziergang zurück zur Schule viel Gesprächsstoff in freudiger, ausgelassener Atmosphäre.